Ibuprofen & Aspirin

11.02.2020
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Cannabis und CBD finden zunehmend Verwendung in der Behandlung von Schmerzen. Manche beurteilen das als positive Entwicklung, andere als fehlgeleitete. Für manche gilt die schmerzlindernde Wirkung als umstritten, für andere als erwiesen.

Die Forschung hat manche Effekte von Cannabidiol (CBD), die in der Behandlung von Schmerzen hilfreich sind, mittlerweile erklärt. Was kann das Cannabinoid wirklich? Hat es ausreichend analgetisches Potential, um nichtsteroidalen Entzündungshemmern wie ,Ibuprofen oder Aspirin den Rang abzulaufen?

Ein kanadisches Forschungsteam entschlüsselte kürzlich, woher die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis stammt. Dabei entdeckte das Team, dass Cannabispflanzen schmerzlindernde Moleküle erzeugen, die 30-mal wirkungsvoller sind als die Wirkstoffe einer Aspirin.

Forschende der kanadischen University of Guelph konnten weltweit erstmals die Methodik identifizieren, die für den schmerzlindernden Effekt von Cannabis verantwortlich ist. Die Entdeckung bietet die Grundlage für neue Schmerzbehandlungen , die starke Linderungen verschaffen, ohne dass eine Gefahr der Abhängigkeit wie beispielsweise bei Opioiden besteht. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal "Phytochemistry" vorgestellt.

Cannabis-Moleküle entpuppen sich als effektive Schmerztöter

"Es besteht eindeutig die Notwendigkeit, Alternativen zur Linderung akuter und chronischer Schmerzen zu entwickeln, die über Opioide hinausgehen", betont Professor Tariq Akhtar aus dem Forschungsteam. Die neu entdeckten Moleküle aus der Cannabispflanze bekämpfen eine Entzündung direkt an der Quelle, was sie zu einem idealen Schmerzmittel mache. Die entzündungshemmenden Eigenschaften sollen fast 30 Mal effektiver sein, als die der Acetylsalicylsäure (ASS), dem Wirkstoff in Aspirin.

Was macht Ibuprofen?

Unser Körper versucht grundsätzlich, Verletzungen und Infektionen selbst zu heilen. Folglich sind Schmerzen und Entzündungen natürliche Reaktionen, die in vielen Fällen durch unseren Körper ausgeheilt werden können. Sind die Schmerzen allerdings sehr stark oder eine Entzündung heilt nicht ab, so unterstützt man den Körper durch die Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen.

Zieht sich der menschliche Körper eine Verletzung zu, werden sogenannte Prostanide produziert. Diese Verbindungen sind an physischen Vorgängen wie Entzündungen (Prostaglandine) beteiligt oder der Blutgerinnung (Thromboxan). Ibuprofen und ähnliche Medikamente hemmen die Produktion dieser Prostanide, die eigentlich in der Folge einer Infektion oder Verletzung entstehen. Dafür wirkt Ibuprofen gegen Schmerzsymptome, Gelenkentzündungen, Fieber, Arthritis, Gicht und rheumatische Erkrankungen.

Wegen der vielen medizinischen Eigenschaften ist Ibuprofen eines der am häufigsten konsumierten Medikamente unserer Gesellschaft. Allerdings hemmt Ibuprofen mehrere Enzyme und kann im Gegensatz zu CBD eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Und diese sind nicht alle harmlos. Schwindel, Kopfschmerzen, Sodbrennen, Geschwüre, Leber- oder Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall sind mögliche Folgen. Vor allem, wenn man Ibuprofen regelmäßig verwendet.

Kann CBD die Wirkungen von Ibuprofen ersetzen?

Was die Verträglichkeit anbelangt, ist Cannabidiol Ibuprofen um Längen voraus. CBD wirkt, anders als Ibuprofen, durch das Hemmen von Schmerzrezeptoren und der Zytokinen-Produktion. Überdosierungen sind unmöglich und auch bei der Einnahme hoher Dosen bestehen keine Gesundheitsrisiken. Trotzdem gehen die meisten Menschen mit CBD vorsichtig um, während sie ohne darüber nachzudenken auch schon mal eine zweite und dritte Ibuprofen Tablette schlucken, ohne über mögliche Folgen nachzudenken.

Tatsächlich ist es nicht verkehrt, bei der Einnahme von CBD mit kleinen Mengen zu beginnen und sie gegebenenfalls schrittweise nach oben anzupassen. Da CBD alleine für manche Menschen im Vergleich zu Ibuprofen keine starke Schmerzlinderung mit sich bringt, empfiehlt es sich, beim Kauf stets auf Vollspektrum-Extrakte zu achten. Durch den sogenannten Entourage-Effekt mit anderen Cannabinoiden und Terpenen wird die schmerzlindernde Wirkung verstärkt.

Patienten mit sehr starken oder chronischen Schmerzen setzen oft auf Cannabis-Produkte, die auch THC enthalten. Die Wirksamkeit und Sicherheit von THC und CBD bei der Behandlung von Entzündungen, zentralen und peripheren neuropathischen Schmerzen, rheumatoider Arthritis und Schmerzen im Zusammenhang mit Krebs wurde mittlerweile in klinischen Studien nachgewiesen.

CBD ist auf lange Sicht die bessere Wahl

Die Linderung von Entzündung und Schmerz geschieht teilweise auf subtilen Umwegen. Bei Kopf-, Muskel- und Gelenk-Schmerzen zum Beispiel durch die Entspannung, die CBD mit sich bringt. Sind die Schmerzen mit Entzündungen verbunden, benötigt CBD auch hier etwas Zeit, um diese zu reduzieren. Am meisten Zeit muss man vermutlich der Behandlung von Schmerzen geben, die neurologische Ursachen haben.

Unsere Nerven haben die Eigenschaft, für eine Heilung viel Zeit zu benötigen. Wenn man irgendwann die Dosis angepasst hat, sie regelmäßig einnimmt und die Prozesse einmal in Gang gekommen sind, hat man mit CBD langfristig eine wesentlich unbedenklichere Option.

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