Melanom

07.02.2020

Trotz verschiedener Behandlungsmethoden ist die Prognose schlecht. Daher ist es notwendig, neue Strategien zur Behandlung dieses aggressiven Krebses zu entwickeln, so die Forscher der Augusta University in Georgia. Aus diesem Grund führten sie eine Studie durch, die sich mit den Auswirkungen einer Behandlung mit einem Cannabinoid-Derivat auf das maligne Melanom in einem Mausmodell befasste.

Durchführung der Studie

Die Labormäuse mit Melanom-Tumoren wurden in Gruppen eingeteilt und erhielten zweimal pro Woche 5 mg/kg Cannabidiol (CBD). Die Kontrollgruppe erhielt hingegen 5 mg/kg Cisplatin (Zytostatikum zur Hemmung des Zellwachstums), ebenfalls zweimal pro Woche. Vor und nach der Behandlung wurden die Tumore gemessen und das Volumen berechnet. Der Vergleich der Ergebnisse fand unter Verwendung eines Mehrfachvergleichstests statt.

Ergebnisse: Größe der Melanom-Tumore nahm ab

Bei mit CBD behandelten Mäusen wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Abnahme der Tumorgröße festgestellt. Die Überlebenskurve von mit CBD behandelten Melanom-Tumoren nahm im Vergleich zur Kontrollgruppe zu und war statistisch signifikant.

Weiter heißt es in den Ergebnissen, dass die Wachstumskurve und die Überlebenskurve von mit Cisplatin behandelten Melanom-Tumoren im Vergleich zu den mit Kontrollgruppen und mit CBD behandelten Gruppen signifikant verringert bzw. erhöht waren.

Mit Cisplatin behandelte Mäuse wiesen die längste Überlebenszeit auf, aber die Lebensqualität und die Bewegung der mit CBD behandelten Mäuse wurden als besser bewertet.

In der Schlussfolgerung heißt das, dass die Forscher eine potenziell vorteilhafte therapeutische Wirkung von Cannabinoiden feststellen konnten. So seien die erhöhte Überlebensrate und geringere Tumorgenizität neuartige Erkenntnisse. Infolge dessen sei es wichtig, die Mechanismen zu verstehen, wie Cannabinoide als begleitende Krebsbehandlung, insbesondere beim Melanom, eingesetzt werden können.

Weitere Studien sind notwendig, um diese möglicherweise neuartige Behandlung des malignen Melanoms zu bewerten.

Melanom-Tumore und THC

Interessanterweise beschrieben britische Forscher der University of Sunderland bereits im Jahr 2015 im Rahmen ihrer Studie, dass es dringend neuer Behandlungsstrategien beim metastasierten Hautkrebs bedarf.

Ziel dieser Studie war es, die Hypothese zu testen, dass Cannabinoide Autophagie-abhängige Apoptose (Zelltod) bei Melanomen fördern. Unter Autophagie (Autophagozytose) wird ein wichtiger Prozess im Körper verstanden, der die Zellen gesund und leistungsfähig hält. Die Behandlung mit Tetrahydrocannabinol (THC) führte in vitro zur Aktivierung der Autophagie, zum Verlust der Zelllebensfähigkeit und zur Aktivierung der Apoptose.


Quelle: https://www.leafly.de